Idee System-Ausstiegsprogramm (2009-05-12)
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Krise-erleichtert-
System-Ausstiegsprogramm
-in-(Thema)Diplom
-motiviert-Raus aus dem System


Einige wollen also raus aus dem System, doch wissen sie oft selber nicht so genau wie das geht. Vielleicht hilft es da, wenn viele das wollen und es gemeinsam versuchen. Vielleicht können es andere, die schlauer sind, einem vormachen? Wenn die aber noch nicht auf die Idee gekommen sind, muss man sie motivieren.
 
Künstler, Weltenverbesserer und Rädelsführer scheinen sich diesem Gedanken anzunehmen. Einige versuchen immerhin zum generellen Ausstieg aus dem System zu motivieren, egal ob ihre die Methoden unter Vorschlagen, Manipulieren oder Belehren fallen.
 
Die so angesprochenen zu motiviernden, oft größtenteils unfreiwillige Teilnehmer des Ausstiegsprogrammes, können die Chance ergreifen oder müssen den Versuch über sich ergehen lassen. Der Künstler kommt als egomanisches Arschloch daher, der die Idylle demolieren will. In der Regel kommt er damit nicht weit. Frage bleibt, ob er es versuchen soll!
 
Der Wunsch das System zu verlassen erwächst offenbar aus Nachteilen des Systems. Manchmal scheinen diese offensichtlicher durch den dynamischen Vorgang hindurch, manchmal so plötzlich, dass man von einem Ereignis sprechen kann. Sogenannte * Krisen* gibt es genug. Wären wir damals schon geboren, hätten wir doch den Ausstieg von der Holocaustmaschine gefordert. Wären wir heute irgendwie erhört worden, hätten wir doch zum runterfahren des Kapitalismus gemahnt. Hinterher ist man immer schlauer. Doch was, wenn man erhört (und dazu reicht ja ein, möglicherweise unfreiwilliger Zuhörer) wird? Oftmals ist der Hörende gar nicht im Besitz des Wunsches nach Systemausstieg. Die Werbung nervt ihn, entweder als Opfer der reinen Kommunikationsdomination, oder sogar als zum Nachdenken, Zweifeln, unangenehmes Wissen Belasteter. Das steht nun im Gegensatz zu den meist moralisch untermauerten Versuchen des Motivierenden.
 
Wie weit also darf man den Bürger stören, um ihm beim Ausstieg zu Helfen?
Der Anteil wirklich zum Ausstieg motivierter Bürger dürfte auch nach starkem Motivationsbemühen marginal sein. Einem nicht unerheblichen Teil wird vielleicht unangenehmes Wissen, dass sich vielleicht zu angenehmen wandeln kann, gegeben. Der Rest ist nur genervt. Ist dieser Angriff nun ok? Wieviele müssen aussteigen (und es später nicht bereuen), um die genervte Masse zu rechtfertigen?
 
Der mit dieser These zum Übeltäter konvertierte Gutmensch muss also ein entsprechend robustes Weltbild haben um seine Tätigkeit fotzusetzen. Vielleicht sprechen Systemeffekte für ihn. Die durch standfestes Nerven eingeimpften Thesen können das System diffus beinflussen. Der Zustand bewegt sich wohlmöglich in die Richtung wo man es verlassen wollte. Vielleicht so erfolgreich, dass die Motivation zum Nerven schwindet. Man sich zufrieden auf den gerade geschaffenen Boden setzt.
 




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