Idee Clustertheorie (2009-04-25)
Schnell zu...
"Viele Worte erst eine Sache"-bestärkt-
Denken ist Wandern im Phasenraum-bestärkt-
Clustertheorie
-in-(Thema)Diplom
-in-Gehirn
-basiert-Holographische Verarbeitung


Papierfootnote{heute Datenbanken} ist geduldig, sagt man. Nun, das Papier ist es, der Leser muss es aber nicht unbedingt sein. Dies hat verschiedene Folgen: Zum einen wird die Perzeption festgehaltener Information immer schlampiger, meisterhaft durchgeführt aber auch effizienter. Zum anderen jedoch ist eine Diskontinuität nicht immer ein Schritt nach vorn: Das Aufgeben eines unbeherrschten Objektes zugunsten einer neuen Methode ist sicher eine Leistung der Intelligenz. Erinnert sei an eine Wespe, die zum Füttern ihrer Larven ein Beutetier vor ihr Nest legt, um dessen Inneres sodann zu kontrollieren, woraufhin sie die Beute hinein bringt. Ein zwischenzeitliches Verrücken der Beute hat eine Repositionierung der selbigen und wiederholte Kontrolle des Nestes zur Folge, dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden. Diesem Problem setzt der Mensch seine Ungeduld und sein Gedächtnis entgegen. Das Weiterschreiten auch ohne den Erfolg einer angestrebten Aufgabe ist sein Vorteil; Manchmal muss man Prioritäten setzen. heißt es in der Werbung für Speiseeisprodukte. Unkontrolliert verleitet diese Fähigkeit jedoch zum schnellen Methoden-, Medien- oder Bezugspersonenwechsel mit einschneidenden Verlust für das Produkt der alten Zusammenhänge (Vgl. (Mailinglist, SWiki Diskussion-im-Grünen)-Chronologie des Seminars). Die Frage ist, ob alte Formalismen der Eindeutigkeit damit ausgedient haben? Es ist seltsam, dass der Mensch die Methoden der Singularität erfindet, als da zB wären; Logik, ganze Zahlen, Juristerei, Normung, auf der anderen Seite aber die Kontrolle über die Arbeitsmethoden den selbst ernannten Experten von McKinsey überläßt, die Präzision propagieren, aber mit zur Willkür ausufernden Mehrdeutigkeit handeln. Ökonomisches Kalkül siegt über Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit an anderen Orten: Menschen kommen nicht zum Seminar. Das schwierige Verhältnis von Ein- und Mehrdeutigkeit wollen wir etwas genauer betrachten.
 

 
Im Zusammenspiel mehrerer Diskutanden findet sich oftmals ein Begriff sehr lädiert wieder: Er ist nicht ein, sondern viele Begriffe, zumeist jedem Teilnehmer sein eigener. Die Mehrdeutigkeit stellt gleichzeitig einen Quell von Inspiration dar: Anstatt formal Möglichkeiten aufzuzählen und auszuloten, wobei sich die Unbekannten selbigen oft nur ungern zeigen, wird praktisch unterbewusst, automatisch ein weiter Begriffsraum zwischen den Teilnehmern aufgespannt, ohne das der Einzelne zunächst davon Notiz nimmt (außer er versteht nur Bahnhof). Gelingt es dieser Mehrdeutigkeit jedoch aufzufallen und festgehalten zu werden, sei es in erweiterten Begriffsräumen einzelner oder gar als formale Erkenntnis der Vieldeutigkeit beim einzelnen, so ist definitiv ein intellektuelles Produkt entstanden. Im Extremfall könnte diese Vieldeutigkeit in der Gruppe so lange analysiert werden, bis jeder über das annähernd gleiche Raumbild des Begriffes verfügt. Im allgemeinen wird davon jedoch wegen der immensen, unausgewogenen Geduldsanforderung Abstand davon genommen. So verfügt jeder im Folgenden über ein nunmehr angereichertes, aber immer noch individuelles Begriffsbild.
 
Anzumerken sei, dass die Mehrdeutigkeit der Begriffe scheinbar vom Gehirn sympathisch empfangen wird, eine Theorie (die Clustertheorie) schlägt vor, dass Begriffe im Gehirn stets als Netzwerke simultaner Symbole (die jeweils in ihren sog. Clustern liegen) repräsentiert wird. Dies ist der formalen Naturwissenschaft in gewisser Weise ein Schlag ins Gesicht, da es nahelegt, dass Gehirn sei mehr für meisterhaftes Hantieren mit schwammigen Mehrdeutern, als mit logisch-formalen Strukturen geeignet.
 
Die Frage nach dem Wiederspiel der Methoden ist zu heikel, um sie permanent dem Zufall zu überlassen. Das *Experiment* als ausdrückliche Ausnahme sei hier gestattet. So ist ein nicht-Erscheinen eines Gruppenmitglieds unter Umständen ein Signal, dass eine Reaktion hervorruft. Die Anwesenheit jedoch ermöglicht eine bessere Verwendung alter Information: Verlustfreie Arbeit braucht Persistenz. Welchem der beiden Möglichkeiten nun der Vorrang zu geben ist, sei dahingestellt. Aber: *Beide* kommen zunächst in Frage, und beide sollten probiert werden. Ein gelegentliches Kommen jedoch genügt ja nicht dem Anspruch der Persistenz und ist somit auch kein sinnvoller Versuch, die Methode zu testen. Das Beispiel lässt sich leicht auf Fragen nach den Formalismen, der Zuverlässigkeit, der Archivierung, der Medienwahl und so weiter anwenden.



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