Idee Hierarchie (2006-06-29)
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Hierarchie
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Sobald man etwas in Einheiten aufteilt, treten die Interaktionen (Materialaustausch, Informationsausausch, Kontrollaustausch) zwischen den Teilen zutage. Wenn eine Interaktion vor allem aus einseitiger Reaktion besteht, haben wir es mit einer kontrollierenden bzw. steuernden Beziehung zu tun. Viele weitere Gründe erlauben es ebenfalls, einer Beziehung eine *Richtung* zu geben: Semantische Beziehungen wie "kommt nach" oder "ist in".
Wenn wir ein Beziehungsgeflecht vorfinden, bei dem wir, wenn wir den Beziehungen stehts in einer Richtung folgen, niemals am selben Punkt ankommen, so liegt eine *Hierarchie* oder auch *Baum* vor. Die Einheit, bei ausschließlich Beziehungen aus- aber keine eingehen, nennen wir *Wurzel* (Umgangssprachlich *Oberste Instanz* oder *Chef*).
 
In einer Hierarchie können alle Einheiten einer Ebene zugeordnet werden: Beginnend mit der Wurzel wird allen ausgehenden Verbindungen nachgegangen, diese führen zu Einheiten der nächstniedrigeren Ebene. Von diesen aus kann man das Verfahren fortsetzen, bis man jeder Einheit ihre Ebene zugeordnet hat.
begin{center}
includegraphics[width=10cm]{graphTree.pdf}\
\
includegraphics[width=10cm]{graphTree2.pdf}\
Umordnung einer Hierarchie
end{center}
 

Liegt ein Beziehungsgeflecht ohne Hierarchie vor, so kann man versuchen Beziehungen zu entfernen, bis eine Hierarchie vorliegt! Wir können herumexperimentieren, und zählen, wieviele der vorhandenen Beziehungen mindestens entfernt werden müssen, bis man wieder eine Hierarchie erhält. Das überlassen wir den Mathematikern. Der Anteil allerdings gibt einen Geschmack davon, wie viel Hierarchie bereits vorliegt.
 
begin{center}
includegraphics[width=8cm]{graphNet.pdf}\
Netz ohne Hierarchie
end{center}
 
begin{ex}[Hypothetisches Inhaltsverzeichnis]
Angenommen, ich spendiere meinen Lesern ein Inhaltsverzeichnis. Bestandteile wie "Kapitel", "Abschnitt", "Seite", "Absatz" usw. stellen eine Hierarchie da. Der Inhalt dieser Arbeit, ein Geflecht aus Ideen, hatte aber ursprünglich keine. Was ist geschehen?
 
Um Arbeit lesbarer zu machen habe ich ein Inhaltsverzeichnis erzeugt. Dabei habe ich eine Gliederung des Textes vorgenommen. Ich habe in selbstverständlichem Reflex versucht, die Dinge so anzuordnen, dass möglichst wenig Beziehungen viele Seiten überspringen. Dadurch sind zwei Beziehungsmengen ins Rampenlicht getreten: Die Gliederung, die eine Hierarchie ist! Die Abfolge, die eine Sequenz ist:
-In der Gliederung sind alle Begriffe mit einer starken "ist ein Unterthema von"-Beziehungfootnote{In den Grafiken stehts "ist" abgekürzt} verbunden.
-In der Abfolge sind alle Begriffe mit einer impliziten "folgt auf"-Beziehung verbunden.
-Außerdem sind die Begriffe mit diversen sonstigen Beziehungen verbunden.
Wenn zum Begreifen eines Begriffes das Verständnis eines anderen Begriffes erforderlich ist, so ist es dem Leser leicht zu machen, in dem die Anzahl der parallel vorzuhaltenden Begriffe begrenzt wird. Ein "ist ein Unterthema von"-Begriff, der nie wieder aufgegriffen wird, kann wenn er nicht auf Interesse stößt, vergessen werden ohne dem sonstigen Verständnis zu schaden. Die Gliederung ist daher also eine starke Struktur die das Lesen vereinfacht. Ist das Lesen wirklich einfach, so zeigt dies die Kraft der Gliederung und damit die unterbewusste Hierarchiesucht des Autors an, der von einem homogenen Netzwerk gleichwertiger Begriffe geträumt hat.
end{ex}
Habe ich dann letztendlich nicht getan.




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